Für einen elektronischen Katalog sind mindestens folgende Assettypen erforderlich: eindeutige Artikelidentifikation (Artikelnummer, EAN/GTIN), strukturierte Textdaten (Kurz- und Langbeschreibung), Preisdaten sowie mindestens ein Produktbild. Darüber hinaus verlangen die meisten Zielkanäle heute auch klassifikationsbasierte Merkmale, etwa nach ECLASS oder ETIM. Welche Daten im Einzelnen Pflicht sind und was bei fehlenden Assets passiert, erläutern die folgenden Abschnitte.
Welche Pflichtfelder verlangt ein elektronischer Katalog mindestens?
Ein elektronischer Katalog benötigt mindestens eine eindeutige Artikelidentifikation, eine Produktbeschreibung, Preisinformationen und eine Mengeneinheit. Diese vier Datenkategorien bilden den absoluten Mindestumfang, ohne den ein empfangendes System den Artikel weder identifizieren noch verarbeiten kann. Alle weiteren Felder bauen auf diesem Kern auf.
Im Detail setzt sich dieser Mindestumfang aus folgenden Pflichtfeldern zusammen:
- Artikelnummer des Lieferanten: Die interne Bestellnummer, über die der Artikel beim Lieferanten eindeutig referenziert wird.
- EAN oder GTIN: Die internationale Handelsartikelnummer ermöglicht die systemübergreifende Identifikation und ist für Marktplätze und GDSN-Datenpools in der Regel Pflicht.
- Kurzbezeichnung: Ein prägnanter Produktname, der das Artikel-Matching in E-Procurement-Systemen ermöglicht.
- Langbeschreibung: Eine vollständige Produktbeschreibung, die dem Einkäufer die Kaufentscheidung ermöglicht.
- Preis und Preiseinheit: Mindestens ein Listenpreis sowie die zugehörige Preiseinheit (z. B. Stück, Meter, Kilogramm).
- Mengeneinheit (Bestelleinheit): Die Einheit, in der der Artikel bestellt werden kann.
- Lieferantenkennung: Die eindeutige Identifikation des Lieferanten, damit das empfangende System die Daten korrekt zuordnen kann.
Im weit verbreiteten BMEcat-Format sind diese Felder als Pflichtfelder definiert. BMEcat strukturiert Produktdaten in einem standardisierten XML-Schema und ist im deutschsprachigen B2B-Handel das dominierende Katalogformat für den Austausch zwischen Herstellern, Händlern und E-Procurement-Systemen. Wer Katalogdaten in diesem Format bereitstellt, erfüllt damit die Grundvoraussetzung für die maschinelle Verarbeitung auf Empfängerseite.
Welche Medienassets sind für einen digitalen Produktkatalog wichtig?
Für einen digitalen Produktkatalog sind Produktbilder das wichtigste Medienasset. Mindestens ein freigestelltes Produktbild in ausreichender Auflösung gehört heute zum Standard. Darüber hinaus steigern Datenblätter, technische Zeichnungen und ergänzende Bildperspektiven die Datenqualität erheblich und sind auf vielen Plattformen Voraussetzung für eine vollständige Listung.
Produktbilder: Mindestanforderungen und Empfehlungen
Das Produktbild ist das meistgeprüfte Medienasset beim Import in Webshops, Marktplätze und E-Procurement-Portale. Empfänger erwarten in der Regel ein freigestelltes Hauptbild auf weißem Hintergrund mit einer Mindestauflösung von 600 x 600 Pixeln, auf Marktplätzen wie Amazon Business häufig 1.000 x 1.000 Pixel oder mehr. Zusätzliche Perspektiven, Detailaufnahmen oder Anwendungsbilder verbessern die Konversionsrate und reduzieren Rückfragen.
Dokumente und technische Unterlagen
Neben Bildern gehören folgende Dokumenttypen zum empfohlenen Mindestumfang eines vollständigen digitalen Produktkatalogs:
- Produktdatenblatt (PDF): Technische Spezifikationen in lesbarer Form für den Einkäufer.
- Sicherheitsdatenblatt: Für Gefahrstoffe gesetzlich vorgeschrieben und beim Import in viele Systeme Pflichtfeld.
- Technische Zeichnung: Relevant für Installationsprodukte, Bauteile und technische Komponenten.
- Zertifikate und Konformitätserklärungen: Zunehmend gefordert, insbesondere im Bereich Elektrotechnik, Bau und Medizintechnik.
Medienassets werden im elektronischen Katalog nicht als Datei eingebettet, sondern als URL referenziert. Das empfangende System ruft die Dateien über diese Links ab. Deshalb ist die dauerhafte Erreichbarkeit der hinterlegten URLs eine technische Grundvoraussetzung, die häufig unterschätzt wird.
Welche Klassifikations- und Attributdaten gehören zum Mindeststandard?
Zum Mindeststandard eines elektronischen Katalogs gehören eine Klassifikationszuordnung nach einem anerkannten Standard sowie die zugehörigen Merkmale und Merkmalswerte. Ohne diese strukturierten Attributdaten lassen sich Produkte in E-Procurement-Systemen weder filtern noch maschinell vergleichen. ECLASS und ETIM sind die in Deutschland relevantesten Klassifikationssysteme.
Eine Produktklassifikation ordnet jeden Artikel einer definierten Klasse zu und schreibt vor, welche technischen Merkmale für diese Klasse zu befüllen sind. Das ist der entscheidende Unterschied zum Katalogformat: Das Format transportiert die Daten, die Klassifikation beschreibt ihren Inhalt. Beide Ebenen sind für einen vollständigen elektronischen Katalog notwendig.
Im B2B-Handel haben sich folgende Klassifikationsstandards etabliert:
- ECLASS: Der international verbreitete Standard für die Klassifikation und Beschreibung von Produkten und Dienstleistungen. ECLASS definiert Klassen mit verbindlichen Merkmalen und ist in vielen Branchen, insbesondere Elektrotechnik und Maschinenbau, der bevorzugte Standard.
- ETIM: Speziell für die Elektro- und Haustechnikbranche entwickelt und in Deutschland weit verbreitet. Proficl@ss ist in den ETIM-Standard aufgegangen und spielt heute keine eigenständige Rolle mehr.
- UNSPSC: Ein international genutzter Standard, der vor allem im angloamerikanischen Raum und bei globalen Einkaufsplattformen Anwendung findet.
Zum Mindeststandard gehört neben der Klassenzuordnung die Befüllung der für diese Klasse definierten Pflichtmerkmale. Optionale Merkmale sollten so vollständig wie möglich befüllt werden, da sie die Auffindbarkeit und Vergleichbarkeit der Produkte direkt beeinflussen.
Wie unterscheiden sich die Anforderungen je nach Zielkanal?
Die Anforderungen an Assettypen und Datenumfang variieren je nach Zielkanal erheblich. E-Procurement-Systeme akzeptieren oft einen reduzierten Datensatz, während Marktplätze wie Amazon Business oder Mercateo strenge Vorgaben zu Bildqualität, Attributvollständigkeit und Klassifikation stellen. GDSN-Datenpools verlangen zusätzlich zertifizierte Datenstrukturen.
E-Procurement-Portale und Kundenanbindungen
Für die direkte Anbindung an Kundenportale oder E-Procurement-Systeme wie SAP Ariba oder Jaggaer genügt häufig ein BMEcat-Katalog mit den Basispflichtfeldern, einem Produktbild und einer kurzen Beschreibung. Klassifikationsmerkmale sind hier oft optional, werden aber von professionellen Einkaufsabteilungen zunehmend erwartet. Die Aktualisierungsfrequenz liegt typischerweise bei wöchentlichen oder monatlichen Importen.
Marktplätze und Handelsplattformen
Marktplätze stellen die höchsten Anforderungen an Katalogdaten. Amazon Business verlangt unter anderem mehrere Produktbilder in hoher Auflösung, vollständige Klassifikationsmerkmale, Sicherheitsdatenblätter für relevante Produktgruppen und eine präzise Titelbeschreibung nach vorgegebenen Regeln. Wer diese Anforderungen nicht erfüllt, wird nicht gelistet oder erhält schlechtere Platzierungen. Mercateo und ähnliche B2B-Plattformen arbeiten mit vergleichbaren, wenn auch teils weniger strikten Vorgaben.
GDSN-Datenpools
Der Global Data Synchronisation Network-Standard (GDSN) wird vor allem im Lebensmittelhandel und in der Konsumgüterbranche genutzt. Datenpools wie Atrify oder B’synced verlangen zertifizierte Datenstrukturen, vollständige Verpackungshierarchien und spezifische Attribute wie Nährwertangaben oder Gefahrstoffkennzeichnungen. Der Aufwand für die GDSN-Anbindung ist deutlich höher als für klassische BMEcat-Kataloge.
Was passiert, wenn Pflichtassets im Katalog fehlen?
Fehlen Pflichtassets in einem elektronischen Katalog, lehnt das empfangende System den Import ab oder listet den Artikel nicht vollständig. Das Ergebnis sind manuelle Nacharbeiten, Verzögerungen in der Lieferkette und im schlimmsten Fall der vollständige Ausschluss von einem Vertriebskanal. Fehlende Daten sind eine der häufigsten Ursachen für gescheiterte Katalogprojekte.
Die konkreten Folgen hängen vom Zielkanal ab:
- Importfehler: Fehlt ein technisch vorgeschriebenes Pflichtfeld wie die Artikelnummer oder die Mengeneinheit, bricht der Import ab. Der gesamte Katalog oder einzelne Artikel werden nicht übernommen.
- Unvollständige Listung: Fehlt ein Produktbild oder eine Beschreibung, wird der Artikel zwar importiert, aber auf Marktplätzen und in Webshops nicht oder nur eingeschränkt angezeigt.
- Manuelle Rückfragen: Einkäufer, die fehlende Informationen nicht im Katalog finden, wenden sich direkt an den Lieferanten. Das erzeugt Aufwand auf beiden Seiten und verlangsamt den Beschaffungsprozess.
- Kanalausschluss: Marktplätze mit strengen Qualitätsanforderungen sperren Artikel oder Lieferanten dauerhaft, wenn Mindestanforderungen wiederholt nicht erfüllt werden.
Besonders kritisch ist die Situation bei neuen Vertriebskanälen: Wer erstmals auf Amazon Business oder einem GDSN-Datenpool listen möchte, muss die Anforderungen vollständig erfüllen, bevor der erste Artikel sichtbar wird. Eine nachträgliche Ergänzung fehlender Assets ist technisch möglich, aber mit erheblichem Mehraufwand verbunden. Die Investition in vollständige Katalogdaten von Beginn an zahlt sich daher direkt aus.
Aus prozessualer Sicht lohnt es sich, vor jedem Katalogexport eine Validierung der Pflichtfelder durchzuführen. Viele Katalogmanagement-Systeme bieten hierfür integrierte Prüfroutinen an, die fehlende oder fehlerhafte Felder vor dem Export identifizieren und melden.
Mit dem ecatDesigner von Semaino Katalogdaten zuverlässig bereitstellen
Wir wissen aus der täglichen Projektarbeit mit Herstellern und Händlern, dass die größte Hürde beim elektronischen Katalog nicht das Format ist, sondern die Vollständigkeit und Konsistenz der Daten über alle Zielkanäle hinweg. Genau hier setzen wir an.
- Formatkonvertierung und Mapping: Wir überführen Ihre Produktdaten aus PIM- oder ERP-Systemen in alle gängigen Katalogformate, darunter BMEcat, GS1/XML, Datanorm und Amazon-spezifische Formate.
- Klassifikationsunterstützung: Wir ordnen Ihre Artikel nach ECLASS, ETIM oder UNSPSC und befüllen die zugehörigen Merkmale strukturiert und kanalgerecht.
- Validierung vor dem Export: Unser ecatDesigner prüft Pflichtfelder und Datenqualität automatisch, bevor ein Katalog ausgeliefert wird.
- Multichannel-Ausgabe: Wir leiten Ihre Katalogdaten gleichzeitig an E-Procurement-Portale, Marktplätze, GDSN-Datenpools und kundenspezifische Systeme aus.
- Dienstleistung bei fehlendem Know-how: Wir erstellen Kataloge auch vollständig für Sie, wenn internes Fachwissen oder Kapazitäten fehlen.
Wenn Sie wissen möchten, welche Assettypen für Ihre spezifischen Zielkanäle relevant sind und wie Sie Ihren Katalogprozess strukturieren können, sprechen Sie uns gerne an. Ein Beratungsgespräch hilft dabei, den konkreten Handlungsbedarf schnell zu identifizieren.
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